Sex-Tracker-Apps im Privacy-Check (2026)
Ein Sex-Tracker ist ein privates digitales Tagebuch für intime Begegnungen. Weil dort die sensibelsten Daten überhaupt landen (Art. 9 DSGVO), entscheidet nicht die Feature-Liste über die richtige App — sondern die Frage, wo die Daten liegen.
Die vier Fragen, die zählen
1. Braucht die App ein Konto? Jedes Konto verknüpft deine Einträge mit einer Identität. 2. Verlassen Daten das Gerät? „Lokal" ist nur wahr, wenn es keinen Anbieter-Server gibt. 3. Was sagt das Datensicherheits-Label? Die Store-Angaben der Anbieter sind verbindlicher als jede Marketing-Seite. 4. Gibt es eine App-Sperre? Gegen den neugierigen Blick, wenn das Handy offen herumliegt.
Der Vergleich
| App | Plattform | Konto nötig? | Wo liegen die Daten? | Store-Label (Zitat, Stand 23.08.2026) |
|---|---|---|---|---|
| Intimassy | iOS + Android | Ja | Gerät + Anbieter-Cloud | Apple-Label: u. a. Nutzer-ID, Geräte-ID, Kontaktinfo, Fotos und „Sensitive Info" als Data Linked to You |
| HookBook | nur Apple | Nein | Gerät + iCloud der Nutzerin | „Keine Daten erfasst" |
| Sex Tracker & Calendar | Android | Nein | nur Gerät, kein Backup | „Keine Daten erhoben" — aber auch: „Daten werden nicht verschlüsselt", „Daten können nicht gelöscht werden" |
| Fapstats | Android | Ja | Anbieter-Cloud | erfasst laut Label u. a. Standort und persönliche Daten |
| SexLife Tracker | Android | Nein | nur Gerät | „Keine Daten erhoben" |
| Love the World | Web/PWA (alle) | Nein | Gerät (AES-verschlüsselt) + optional die EIGENE Cloud der Nutzerin | kein Konto, kein Anbieter-Server für Inhalte — es gibt nichts, was ein Label auflisten könnte |
Was der Check zeigt
Die auffälligste Lücke ist der Abstand zwischen Marketing und Label: Werbeseiten sagen „privat" und „lokal verschlüsselt" — die verbindlichen Store-Angaben desselben Anbieters listen dann Sensitive Info, Data Linked to You. Wer sicher gehen will, liest nicht die Werbeseite, sondern das Datensicherheits-Label. Und: Eine App-Sperre (PIN/Biometrie) bieten fast alle — sie schützt vor neugierigen Blicken, aber nicht vor dem Anbieter. Vor dem Anbieter schützt nur Architektur ohne Konto und ohne Server.
Unser eigener Maßstab
Love the World ist ein Liebes-Tagebuch als Weltkarte: Begegnungen werden als Nadeln auf einem drehbaren Globus gesammelt — nach Nationen, nicht als Formular mit elf Feldern. Es gibt kein Konto und keinen Server für Inhalte; Einträge und Fotos sind auf dem Gerät AES-256-verschlüsselt, das optionale Backup liegt im eigenen Google Drive der Nutzerin — Fotos sind technisch nie Teil von Teilen-Links. Der Satz „Deine Daten landen nie bei uns" ist dadurch keine Werbezeile, sondern eine technische Eigenschaft. Wie das Teilen ohne Server funktioniert, zeigen wir hier mit echtem Beispiel-Link.
Häufige Fragen
Gibt es eine App, um festzuhalten, mit wem man geschlafen hat?
Ja, mehrere — die Tabelle oben vergleicht die bekanntesten. Der wichtigste Unterschied ist nicht der Funktionsumfang, sondern wo die Daten liegen: nur auf deinem Gerät, in deiner eigenen Cloud oder auf dem Server des Anbieters.
Ist ein Sex-Tracker sicher?
So sicher wie seine Architektur. Prüfe: Konto nötig? Daten auf Anbieter-Servern? Was steht im Store-Label? Gibt es eine App-Sperre? Apps ohne Konto und ohne eigenen Server können deine Einträge technisch nicht sehen — das ist die stärkste Garantie.
Soll ich echte Namen eintragen?
Besser nicht — Spitznamen oder Initialen reichen. Gute Apps fordern ohnehin keine Nachnamen oder Kontakte an, und Fotos gehören — wenn überhaupt — nur verschlüsselt auf dein eigenes Gerät. Was nie einen Server erreicht, kann dort nie leaken.
Love the World läuft im Browser, ohne Installation und ohne Konto — und ist derzeit komplett kostenlos.
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