Besuchte Länder markieren: Apps und Karten im Vergleich (2026)
Wer besuchte Länder markieren will, hat drei Wege: eine Tracker-App wie been oder Visited, eine Online-Karte ohne Installation wie MapChart, oder etwas zum Anfassen wie die Rubbelkarte. Entscheidend ist nicht die Karte, sondern was daran hängt — Konto, Werbung, Speicherort — und ob du nur zählen willst oder dich erinnern.
Erst die Frage: Was soll die Karte können?
Die meisten Vergleiche beginnen bei den Apps. Sinnvoller ist es, beim Zweck zu beginnen, denn die Werkzeuge unterscheiden sich weniger im Aussehen als in dem, was sie über das Einfärben hinaus tun.
- Zählen und zeigen. „Ich war in 34 Ländern, hier die Karte." Dafür reicht eine Online-Karte im Browser, gespeichert als Bild.
- Feiner als Länder. Bundesländer, US-Staaten, Provinzen. Das können nur Apps mit Regionalkarten — fast immer als Bezahlfunktion.
- Eine Karte, die mitwächst. Wer über Jahre führt, braucht Speicherung, Sicherung und eine Antwort auf die Frage, was beim Handywechsel passiert.
- Erinnern statt zählen. Wer nicht das Land, sondern die Reise, den Ort oder den Menschen festhalten will, braucht eine Tagebuch-Karte. Dazu unten mehr — es ist der Grund, warum es diesen Text gibt.
- An die Wand. Dann Rubbelkarte, und keine App der Welt ersetzt das Gefühl, mit der Münze über Portugal zu kratzen.
Die Werkzeuge im Überblick
Stand September 2026, geprüft anhand der Anbieterseiten und Store-Einträge. Preise ändern sich; Konto-Pflicht und Speicherort ändern sich selten — und genau die zwei Spalten sind die wichtigen.
| Werkzeug | Art | Konto nötig? | Kosten | Regionen | Was es besonders macht |
|---|---|---|---|---|---|
| been REBR AS (Norwegen) |
App, iOS + Android | nein, zum Start nicht | kostenlos mit Werbung; Premium als Einmalkauf (werbefrei, Regionen, 3D-Globus, Notizen) | 1.000+ Regionen in 50+ Ländern (Premium) | Über 250 Länder und Gebiete, Reisepass-Statistik, Karte teilen, offline nutzbar, Sync über Geräte |
| Visited Arriving In High Heels |
App, iOS + Android | — | kostenlos; Premium-Abo für Städte, Regionen, Listen, werbefrei | Regionalkarten für 20+ Länder, darunter Deutschland | Bucket-Listen, Vergleich mit anderen Reisenden („wie viel Prozent der Welt"), Notizen je Land |
| Polarsteps | App + Web | ja | kostenlos; Plus-Abo | — | Kein Länder-Zähler, sondern ein Reisetagebuch: zeichnet die Route per GPS automatisch auf. Andere Kategorie, oft verwechselt. |
| MapChart | Browser | nein | kostenlos | viele Länder als Regionalkarte | Einfärben, beschriften, als Bild herunterladen. Speichert nichts dauerhaft — die Karte ist ein Bild, kein Datensatz. |
| been Map Maker | Browser | nein | kostenlos | — | Länderpicker mit Zähler (UN-Mitglieder, Kontinente); gedacht als Einstieg in die App. |
| PlanYourTrip Reisekarte | Browser | nein, zum Start nicht | kostenlos | — | Prozent der Welt, Karte speichern; deutschsprachig. |
| Rubbelkarte | Papier an der Wand | nein | etwa 10–40 € | je nach Ausgabe: Bundesländer, US-Staaten | Keine Daten, kein Akku — und keine Korrektur. Was gerubbelt ist, bleibt gerubbelt. |
| Love the World (unsere) |
Browser-App, installierbar | nein, nie | kostenlos | Provinzgrenzen beim Reinzoomen | Kein Reise-Tracker, sondern ein Liebes-Tagebuch als Weltkarte: Nadeln für Menschen und Reisen, 235 Gebiete, verschlüsselt auf dem Gerät. Ab 18. |
Ein Detail, das in Store-Beschreibungen gern kleingedruckt bleibt: Die Gratis-Versionen der großen Tracker-Apps zeigen Werbung — „Ad-free" steht bei been und Visited in der Premium-Spalte. Das ist legitim, aber es heißt: Auf einer Karte, die dein Reiseleben zeigt, läuft ein Werbenetzwerk mit. Wer das nicht will, zahlt oder nimmt eine Browser-Karte.
Was „besucht" eigentlich heißt
Jede Karte stellt irgendwann dieselbe Frage, und jeder beantwortet sie anders: Zählt der Umstieg in Doha? Die Kreuzfahrt, die drei Stunden im Hafen lag? Der Tag in Vatikanstadt?
Es gibt keine amtliche Regel, aber zwei Konventionen, die sich durchgesetzt haben. Die strenge: Ein Land zählt, wenn du den Flughafen verlassen und dort geschlafen hast. Die weiche: Ein Land zählt, wenn du auf seinem Boden gestanden hast — Transit-Terminals ausgenommen. Der Travelers' Century Club, der seit 1954 Vielreisende sammelt, zählt sogar den Zwischenstopp, führt dafür aber eine eigene Liste mit über 300 „Ländern und Gebieten", die mit den 193 UN-Mitgliedern wenig zu tun hat.
Praktisch bedeutet das: Leg deine Regel einmal fest und bleib dabei. Die Zahl auf deiner Karte ist nur mit sich selbst vergleichbar — nicht mit der auf einer anderen App, die anders zählt, und nicht mit der Zahl deiner Freundin, die Doha mitzählt.
Drei Fragen, bevor du eine App installierst
1. Wo liegen die Daten?
Eine Reisekarte ist ein Bewegungsprofil in Reinform: jedes Land, oft mit Datum. Bei Apps mit Konto liegt es auf dem Server des Anbieters; bei Browser-Karten liegt es nirgends (das ist der Preis für „ohne Anmeldung"); bei wenigen Apps liegt es nur auf dem Gerät. Der Store-Eintrag verrät es: Bei Apple unter „Datenschutz der App", bei Google unter „Datensicherheit". Dort steht, was gesammelt und was mit deiner Identität verknüpft wird — wie man diese Labels liest, haben wir am Beispiel anderer Apps durchexerziert.
2. Was passiert beim Handywechsel?
Konto-Apps lösen das über den Server, Browser-Karten gar nicht, Apps ohne Konto brauchen eine Sicherung. Prüfe vor dem ersten Eintrag, wie der Weg aufs neue Gerät aussieht — nicht nach drei Jahren. Was eine belastbare Sicherung ausmacht, steht im Aufbewahrungs-Ratgeber.
3. Kommst du wieder raus?
Gibt es einen Export — als Liste, als Datei, als Bild? Eine Karte, die nur in einer App existiert, gehört der App. Wenn der Anbieter aufhört oder das Abo teurer wird, sollte die Liste deiner Länder mitgehen dürfen.
Für wen was
| Du willst … | Nimm … |
|---|---|
| schnell eine Karte für einen Post oder die Bewerbung | MapChart oder PlanYourTrip — fünf Minuten, kein Konto |
| Länder und Regionen über Jahre führen | been (Einmalkauf) oder Visited (Abo), je nachdem, ob Deutschland-Regionen wichtig sind |
| die Reise selbst festhalten, mit Route und Fotos | Polarsteps — es ist ein Tagebuch, kein Zähler |
| etwas an der Wand, als Geschenk | Rubbelkarte, dazu eine App für unterwegs |
| festhalten, wen du wo getroffen hast — privat | eine Tagebuch-Karte ohne Konto, verschlüsselt auf dem Gerät |
Die Karte, um die es hier eigentlich geht
Wir kommen aus derselben Mechanik — Länder sammeln, Kugel drehen, Statistik bewundern — und haben sie für etwas anderes gebaut: nicht für Länder, die man bereist hat, sondern für Menschen, denen man begegnet ist. Eine Nadel ist ein One-Night-Stand, eine Freundschaft oder eine Reise; jede Nation ergibt einen Stempel im Reisepass. Es ist, ehrlich gesagt, die Rubbelkarte fürs Liebesleben.
Genau deshalb gelten für uns die drei Fragen oben strenger als für jeden Reise-Tracker: Es gibt kein Konto, keinen Server, der Inhalte kennt, und die Einträge liegen verschlüsselt auf dem Gerät. Die optionale Sicherung landet im eigenen Google Drive, in einem Ordner, den nur diese App sieht. Und die Karte lässt sich teilen, ohne dass ein Server sie zu sehen bekommt — wie das geht, zeigt ein echter Beispiel-Link.
Häufige Fragen
Welche App ist die beste, um besuchte Länder zu markieren?
Für reines Länder-Sammeln sind been und Visited die etablierten Apps: kostenlos zum Start, Regionen gegen Bezahlung. Wer nur eine Karte zum Zeigen braucht, nimmt eine Online-Karte ohne Installation. Wer sich erinnern will statt zu zählen, braucht eine Tagebuch-Karte.
Gibt es eine kostenlose Weltkarte zum Markieren ohne Anmeldung?
Ja: MapChart, der Map Maker von been und die Reisekarte von PlanYourTrip laufen im Browser ohne Konto. Der Preis ist, dass nichts dauerhaft gespeichert wird — für eine Karte über Jahre braucht es eine App oder eine Seite, die lokal speichert.
Wie viele Länder kann man markieren – 193 oder 250?
Beides stimmt, je nach Zählweise. Die UN hat 193 Mitglieder; Tracker-Apps zählen abhängige Gebiete und umstrittene Staaten mit und kommen auf 235 bis 250 und mehr. Vergleichbar sind Zahlen nur innerhalb derselben App.
Kann ich auch Bundesländer und Regionen markieren?
In been und Visited ja, meist als Bezahlfunktion. MapChart bietet Regionalkarten für viele Länder kostenlos, speichert sie aber nicht.
Rubbelkarte oder App?
Die Rubbelkarte gewinnt an der Wand und als Geschenk, die App bei allem anderen: korrigierbar, mitnehmbar, teilbar, erweiterbar um Regionen und Erinnerungen. Wer beides will, rubbelt zu Hause und führt unterwegs die App.
Love the World sammelt Begegnungen als Nadeln auf einem drehbaren Globus — ohne Konto, ohne Installation, verschlüsselt auf deinem Gerät. Derzeit kostenlos. Ab 18.
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